Mahnen Sie Ihre Schuldner - ganz easy.

Mahnung
Das Mahnwesen ist in der Schweiz nicht gesetzlich geregelt. Deshalb bestehen keine verbindlichen Vorschriften, sondern lediglich Gerichtsentscheide dazu. Grundsätzlich bleibt es einem Gläubiger überlassen, ob, wie rasch und wie oft er einen Kunden an eine offene Geldforderung erinnern möchte. Auch bei der Form ist der Gläubiger völlig frei. Es ist ihm überlassen, schriftlich, mündlich, per Telefon, per E-Mail oder sogar per SMS zu mahnen. Eine Mahnung muss also nicht via Einschreiben verschickt werden. Eine Ausnahme dazu besteht bei Krankenkassen. Diese müssen gemäss neuster Rechtsprechung des Bundesgerichts, ausstehende Prämien und Kostenbeteiligungen der Versicherten zwingend schriftlich mahnen, bevor eine Betreibung eingeleitet wird.

In der Praxis wird meist in drei Stufen gemahnt. Auf eine Zahlungserinnerung (erste Mahnung) folgt eine zweite Mahnung, dann eine dritte und letzte, die dem säumigen Zahler die Betreibung in Aussicht stellt.

Bleiben alle Mahnungen erfolglos, rufen Sie Ihren Kunden an, bevor Sie die Betreibung einleiten. Mündliche Mahnungen sind wirkungsvoller und effizienter. Vielleicht können Sie mit Ihrem Kunden eine Ratenzahlung vereinbaren oder auch nochmals die Zahlungsfrist verlängern. Schliessen Sie eine solche Vereinbarun­g immer schriftlich ab. Bezahlt der Kunde, haben Sie sich die Kosten und den Aufwand für ein Betreibungsverfahren gespart.
Betreibung
Das Schuldbetreibungsverfahren kommt bei sämtlichen Forderungen zur Anwendung, die auf Geldzahlung oder auf die Leistung einer Sicherheit gerichtet sind. Es gibt dabei drei verschiedene Betreibungsarten: Die Betreibung auf Pfändung, die Betreibung auf Konkurs und die Betreibung auf Pfandverwertung. Die Betreibung auf Konkurs kommt zum Zug, wenn der Schuldner in einer der in im Handelsregister eingetragen ist. Die Betreibung auf Pfandverwertung setzt voraus, dass für die Schuld ein Pfand bestellt wurde, wie etwa bei einem Schuldbrief, der auf einer Liegenschaft lastet. In allen anderen Fällen findet eine Betreibung auf Pfändung statt.

Es ist Sache des Betreibungsamtes, anhand der Angaben der Gläubigerin im Betreibungsbegehren die korrekte Betreibungsart zu bestimmen.
Betreibungsverfahren
1. Betreibungsbegehren
Das Betreibungsverfahren wird durch Einreichung des Betreibungsbegehrens des Gläubigers beim zuständigen Betreibungsamt eingeleitet. Nach Empfang des Betreibungsbegehrens erlässt das Betreibungsamt den Zahlungsbefehl, ohne den Bestand der Forderung zu prüfen.

2. Zahlungsbefehl
Der Zahlungsbefehl beruht allein auf den Behauptungen des Gläubigers im Betreibungsbegehren. Das Betreibungsamt hat daher nur zu prüfen, ob ein formgültiges Betreibungsbegehren vorliegt. Ob der geltend gemachte Anspruch zu Recht besteht oder ob er vollstreckbar ist, darf es nicht kümmern. Dieses System kann dazu führen, dass eine Schuldnerin in ein Betreibungsverfahren einbezogen wird, die dem angeblichen Gläubiger nichts schuldet. Es beruht auf der Überlegung, dass in sehr vielen Fällen die Schuld gar nicht bestritten ist, es vielmehr nur mit der Zahlungsfähigkeit des Betroffenen hapert.

3. Rechtsvorschlag
Der Schuldnerin steht gegen den Zahlungsbefehl der Rechtsvorschlag zu, mit dem sie die Betreibung zum Stillstand bringen kann. Dass die Schuldnerin ohne weiteres einen Rechtsvorschlag erheben kann, ist eine Folge der beschriebenen Eigenart der schweizerischen Schuldbetreibungsordnung, denn schon das Betreibungsbegehren setzt ja keinen Nachweis voraus, dass die behauptete Forderung besteht. Die Schuldnerin kann mit dem Rechtsvorschlag den Bestand, die Fälligkeit oder die Höhe der in Betreibung gesetzten Forderung bestreiten. Sie kann aber auch die Vollstreckbarkeit der Forderung auf dem Wege der Schuldbetreibung in Abrede stellen. Wird der Rechtsvorschlag nicht begründet, gilt er für die ganze Forderung. Die Schuldnerin verweist mit dem Rechtsvorschlag den Gläubiger auf den Rechtsweg.

4. Beseitigung Rechtsvorschlag
Ob der in Betreibung gesetzte Anspruch wirklich besteht, hat im Streitfall das Gericht zu entscheiden. Die Betreibung kann nach erfolgtem Rechtsvorschlag erst fortgesetzt werden, wenn der Gläubiger die definitive oder die provisorische Rechtsöffnung erlangt hat.

5. Fortsetzung der Betreibung
Erhebt der Schuldner keinen Rechtsvorschlag, oder wurde der Rechtsvorschlag in einem Gerichtsverfahren erfolgreich beseitigt, so kann der Gläubiger das Betreibungsverfahren beim zuständigen Betreibungsamt fortsetzen.

6. Pfändung
Wenn keine besondere Betreibungsart zum Zuge kommt (Konkurs, Pfandverwertung), wird das Betreibungsverfahren nach auf dem Wege der Pfändung fortgesetzt.
Das Betreibungsamt kündigt der Schuldnerin die Pfändung an und vollzieht diese. Pfändung bedeutet die behördliche Beschlagnahme von Vermögenswerten. Das Betreibungsamt nimmt darüber ein Verzeichnis auf (Pfändungsurkunde). Es werden nur so viele Vermögenswerte gepfändet, wie zur Deckung der Forderungen der Gläubiger nötig sind. Gewisse Vermögenswerte und Einkommensarten gelten als unpfändbar. In den übrigen Fällen darf Einkommen nur gepfändet werden, soweit es nicht zur Deckung des Existenzminimums unbedingt notwendig ist. Eine Verletzung der Pfändungsregeln kann mit Beschwerde geltend gemacht werden.
Arrest - Sicherung einer Geldforderung
Eine Betreibung kann sich für den Gläubiger unter Umständen als schwierig erweisen, besonders wenn die Schuldnerin nicht leicht zu erreichen ist oder wenn auf ihr Vermögen nicht ohne weiteres gegriffen werden kann. Für genau umschriebene Fälle stellt das Gesetz dem Gläubiger daher ein Instrument zur Verfügung, mit welchem er sich die Vollstreckung seiner Forderung sichern kann – den Arrest d.h. die vorläufige Beschlagnahmung einzelner Vermögenswerte der Schuldnerin.

Zuständig ist für ein Arrestbegehren das Gericht des Ortes, an welchem die Vermögensgegenstände sich befinden. Daneben kann ein Arrest aber auch beim Gericht am Betreibungsort oder beim Gericht verlangt werden, das sich mit der Arrestforderung oder der Vollstreckbarerklärung eines ausländischen Entscheids befasst.

Erfolgreich einen Arrest legen zu lassen, ist recht anspruchsvoll, denn der Gläubiger muss dem Gericht nicht nur seine Forderung, sondern darüber hinaus einen gesetzlichen Arrestgrund und die Existenz sowie den Lageort der Arrestgegenstände glaubhaft machen.